Firmenlogo
       
Wollen Sie wissen, wie sich junge Bienenköniginnen unterhalten?

dann klicken Sie bitte auf den Pfeil!

Get Flash to see this player.

Eindrücke vom Vortrag „Phänomen Honigbiene“ von Prof. Dr. Tautz von der Uni Würzburg am 18.10.2007 im Hörsaal 1 der Uni Bonn

Es wird Prof. Tautz von der Würzburger Beegroup sicher öfters passieren, dass er großen Applaus am Ende seines Vortrags bekommt. Ob meine alte Biologielehrerin ihm aber applaudiert hätte, bezweifle ich aber. Dass die Honigbiene für uns Imker die Krönung der Schöpfung ist, sollte klar sein. Aber Gemeinsamkeiten zwischen unserer Biene und den Säugetieren herzustellen, wäre nicht nur für meine Biologielehrerin zu gewagt gewesen.

Prof. Tautz zitiert den Tischler Johannes Mehrung aus dem 19. Jahrhundert, der das Bienenvolk als Einwesen entsprechend unseren Wirbeltieren bezeichnet hat. Der Superorganismus „Bien“ wird mit einem Säugetier in vielen Körpern verglichen.

Wie die Säugetiere haben die Bienen:

- eine extrem niedrige Vermehrungsrate – nur wenige Königinnen werden aufgezogen

- Muttermilch – oder hier besser Schwesternmilch – zur Aufzucht des Nachwuchses

- eine schützende Umwelt im Uterus entsprechend dem „sozialen Uterus“ mit konstanter Umwelt im Bienennest

- eine konstante Körpertemperatur von 36°C – bei den Bienen sind es im Brutnest ca. 35°C

- eine hohe Lernfähigkeit – die Bienen erbringen Spitzenleistungen im Lernen

- durch Teilung erreicht die Honigbiene quasi Unsterblichkeit

 

Was erreichen Säugetiere und Bienen mit den o. g. Eigenschaften?

- Unabhängigkeit von aktuellen Umweltbedingungen

- diese kontrollierten Lebensbedingungen erlauben, wenige und bestens ausgestattete Nachkommen zu erzeugen

Prof. Tautz zeigt das Vermehrungspotential von Insekten auf. Im Gegensatz dazu vermehrt sich das Bienenvolk durch Teilung, ähnlich einem einzelligen Lebewesen, das durch Teilung potentiell unsterblich wird.

Es gibt weltweit ca. 170.000 Arten Blütenpflanzen, die von der Honigbiene bestäubt werden. Die Honigbiene hat nur 9 Arten weltweit und sind meist die wichtigsten Bestäuber von Blütenpflanzen. Daneben bestäuben u. a. Fliegen, Schmetterlinge, Käfer, Wespen, Hummeln, Ameisen. 80% aller Blütenpflanzen werden von Insekten bestäubt, von diesen Blütenpflanzen werden erstaunliche 85% von Honigbienen bestäubt.

 

Eine „Hochleistungsbiene“ kann an einem optimalen Tag bis max. 3.000 Blüten besuchen. Ein Bienenvolk kann theoretisch ein Areal von fast 400 Quadratkilometern abdecken. Ohne Honigbienen gäbe es weniger blühende Wiesen und nach einer Untersuchung in Großbritannien haben die Bienen daher auch einen Einfluss auf die Qualität von Rindfleisch. Ohne Bienen gäbe es viel weniger Obst und Gemüse, auch weniger nachwachsende Rohstoffe. Die Honigbiene ist in Europa der drittplazierte Wertschöpfer und mit Abstand das kleinste Haustier.

 

Die Sinneswelt der Honigbienen

Erst 1925/1930 wurde durch von Frisch erkannt, dass die Honigbiene auch bunt sehen kann. Wie sieht eine Biene? Die Biene hat Facettenaugen. Jede der etwa 6.000 Einzelaugen eines Facettenauges erzeugt ein Bild. Eine Biene kann eine Blüte aus 1 m Entfernung fast nicht erkennen. Daher orientiert sie sich an dem Duft und muss dafür grundsätzlich gegen den Wind an eine Futterstelle heranfliegen.

Wenn eine Biene über eine Wiese fliegt, sieht sie diese grob gerastert aus vielen Bildern. Ab einer Geschwindigkeit von 5 km/h aufwärts sieht die Biene nur noch schwarzweiß. Erst bei langsameren Geschwindigkeiten sieht die Biene wieder farbig.

Im Gegensatz zu uns Menschen hat die Biene ein sehr gutes zeitliches Auflösungsvermögen.

Im Gegensatz zu uns Menschen hat die Biene ein sehr gutes zeitliches Auflösungsvermögen.

 

Um wertvolle Ressourcen besteht immer Konkurrenz. Der größte Konkurrent eines Bienenvolks ist das Nachbarbienenvolk. Bei der Konkurrenz zählt insbesondere die Geschwindigkeit. Daher hat die Biene besondere Kommunikationsformen entwickelt.

Die Biene kann die Lokalität über die Richtung und die Entfernung bestimmen. Durch Markierung von Bienen an Futterstellen hat dies KarlMax von Frisch (1886 – 1982) ermittelt.

Prof. Tautz erwähnt als Wissenschaftler den Belgier Maurice Maeterlinck. Da dieser 1911 den Literaturnobelpreis erhalten hat, sind seine wissenschaftlichen Erkenntnisse über die sozialen Insekten eher unbekannt bzw. seine Anerkennung als Wissenschaftler leidet darunter.

Also habe ich mal versucht, mir sein „La Vie des Abeilles“ anzuschauen. Er schreibt über die wichtigste Nebensache der Welt. Sehr eloquent. Muss mir mal eine deutsche Übersetzung besorgen. Mein Französisch kommt bei der blumigen Sprache einfach nicht mit.

 

Tautz stattet für Forschungszwecke heute seine Bienen mit Mikrochips aus, um deren Sammeleifer ein Leben lang beobachten zu können. Wenn die Sammelbienen von der Futterstelle in den Stock zurückkommen, tanzen sie auf den senkrechten Wabenflächen entweder den Rundtanz (bis 70 m Entfernung) oder den Schwänzeltanz. Die Tanzrichtung ändert sich mit der Sonne. Es gibt keine absoluten Richtungsangaben, sondern immer in Bezug aus eine Marke.

Bei der Wiedergabe der Entfernung ging man früher davon aus, dass die Bienen sie über den Energieverbrauch bestimmen. Heute weiß man, dass die Bienen über den optischen Fluss der Bilder einer vorbeiziehenden Landschaft die Entfernung bestimmen. D.h., die Tanzsprache ist nicht eindeutig. Prof. Tautz beschreibt die Versuche in einer langen Pappröhre. Dieselbe Strecke kann durch verschiedene Reize ganz andere Entfernungen ergeben.

Die Entfernungsangaben der Bienen sind ein optischer Kilometerzähler, der von der Struktur der Landschaft auf der Flugroute der Bienen abhängt.

Nun zum Thema Wärmeregulation im Bienenstock. Die Biene kann aus Honig Energie gewinnen und damit Heizen. Die Honigbienen heizen sich dafür durch Flugmuskelzittern auf. Dabei wird der Brustabschnitt auf bis zu 453°C aufgeheizt. Die Blutgefäße haben bei der Biene raffinierte Schleifen zum Wärmeaustausch nach dem Gegenstromprinzip, so dass der Hinterleib relativ kühl bleibt.

Mit der Heizwärme beheizt die Biene das Brutnest mit den Puppen. In einer Wabe mit verdeckelter Brut gibt es immer wieder leere Zellen als Wärmekammern für die Heizbienen. Diese Heizbienen sitzen bis zu 30 Minuten regungslos und heizen. Man erkennt sie daran, dass sie etwas tiefer sitzen und die Zelle mit den Fühlern berühren. Auf den Fühlern haben die Bienen über 20.000 Sinneszellen. Mit diesen Fühlern können sie Temperaturdifferenzen von bis zu 0,05 °C messen. Die Heizaktivität ist für die Heizbienen sehr anstrengend. Nach ca. 30 Minuten ist die Heizbiene so erschöpft, dass sie sich nicht mehr bewegen kann. Zur Regeneration der Heizbienen gibt es sog. Tankstellenbienen, die die Heizbienen wieder auffüttern.

Die Temperatur im Brutbereich beträgt bis 36 °C, aber es gibt eine Schwankungsbreite von 32 bis 36 ° C, so dass es einen flächigen Temperaturflickenteppich gibt. Dies bedeutet auch, dass es Puppen gibt, die unterschiedlichen Temperaturen ausgesetzt sind. Die unterschiedlichen Temperaturen haben nach Tautz Auswirkungen auf das Verhalten der geschlüpften Bienen. Die Bienen, die bei Höchsttemperatur (36°)aufgezogen wurden sollen auch u. a. bessere Lernfähigkeiten und eine kürzerelängere Lebensdauer haben als die Bienen, die bei kühleren Temperaturen aufgewachsen sind.

Die Bienen schaffen sich ihre Umgebung selbst und stellen ihre Waben aus selbst hergestellten Wachsschuppen her. Beim Ausschwitzen dieser Wachsschuppen bekommt der Baustoff direkt die angeforderten bestimmten Eigenschaften. Die Biene baut primär runde Zylinder. Die Heizbienen heizt diese runde Zelle auf über 40°C auf. Das Wachs schmilzt und die Wabenzelle wird sechseckig.

 

Der insgesamt spannende und unterhaltsame Vortrag von Prof. Tautz wurde von vielen geradezu phänomenalen Fotos von Helga Heilmann sehr bereichert, die dem Buch von J.Tautz und H.R.Heilmann mit gleichnamigem Titel entnommen waren.

 

 

Wußten Sie ...

. . .  daß zehn Bienen ein Gramm wiegen?

. . .  daß eine Biene in der Minute eine Strecke von 500 Metern fliegt?

. . .  daß eine Biene noch aus einer Entfernung von fünf Kilometern

nach Hause findet?

. . .  daß eine Biene in ihrem Leben 800 Kilometer fliegend zurücklegt?

. . .  daß eine Trachtbiene - rein rechnerisch - für einen Teelöffel Honig

die Entfernung München-Moskau zurücklegen und dabei eine Million

Zwischenlandungen einlegen müßte?

. . .  daß eine Trachtbiene je nach Witterung täglich zwischen zwei und

30 Sammelflüge macht, durchschnittlich jedoch sechs?

. . .  daß die Trachtbiene bei jedem Sammelflug 40 mg Nektar und 20

mg Pollen sammelt und dazu 200 bis 300 Blüten abernten muß?      

. . .  daß die Biene 3,5 mal um die Erde fliegen müßte, um ein halbes

Kilo Honig herstellen zu können? Das ist exakt die Menge, die Ihnen

der Imker aus Ihrer Nachbarschaft unter dem Gewährverschluß des

Deutschen Imkerbundes für relativ wenig Geld anbietet.

. . .  daß die Winterbiene bis zu neun Monate alt wird, die Sommerbiene jedoch  sich mit sprichwörtlichem Bienenfleiß in sechs Wochen zu Tode arbeitet?

. . .  daß ein Bienenvolk, um ein Kilogramm Wachs erzeugen zu können, zehn Kilo Honig und ein Kilo Blütenstaub verzehren muß?

. . .   daß für ein Gramm Blütenpollen 14 000 Blütenstaubkörner der

größten oder 300 000 Körner der kleinsten Art nötig sind?

. . .  daß der Mensch täglich mindestens ein Kilo Blütenpollen verzehren müßte, wollte er seinen Tagesbedarf von 60 Gramm Aminosäuren damit decken?

. . .  daß Pollenallergiker sich nach Feststellungen der angesehenen

Mayo-Klinik durch den Genuß von Vielblütenhonigen aus Frühtracht selbst desensibilisieren können, wenn dieser aus Radius von acht Kilometern

 um den engeren Lebensbereich des Hilfesuchenden stammt?

 

Carnica Sklenar

Carnica Sklenar , Linie 47 / 19 / 48, Frühstarter

Carnica Sklenar, Linie  47 / G / 10  bestäubt unter Lochfolie gut

 

Die Carnica Sklenar 47 / 19 / 48  basiert auf der 1970 von Frau Weber Sklenar an Herrn Hölzer abgegebenen vorgeprüften Königin Nr. 19/68. Die 47 /19 / 48 wird von vier Züchtern (Bauer, Caspari, Hölzer, Teerling) gehalten. Alle vier Züchter erleben die 47 / 19 / 48 als eine Biene, die im Vergleich zu den anderen drei Linien aus der Sklenar-Selektion  die stärksten Völker aufbaut. Die Brutkugel umfasst bis zu 20 Waben Deutsch-Normal. Die 47 / 19 / 48 ist eine bewährte Linie für Großraumbeuten, z. B. Langstroht, Dadant. Die Bienen sind sanft, wabenfest und haben innerhalb der vier Zuchtlinien Sklenar die dunkelste Farbe. Rechtzeitiges Erstarken im Frühjahr, Durchbrüten bei Massentrachten und leichte Führung mit Hilfe der Brutdistanzierung sind weitere Merkmale der 47 / 19 / 48. Die Summe ihrer Eigenschaften ermöglichst es den 47 / 19 / 48 –Völkern in der gesamten Trachtzeit beim Honigertrag weit über dem Durchschnittswert zu liegen.

Autor: R. Bauer, aus: BM 04-2004-Seite 60

Ergänzung: Wer frühzeitig unter Glas und Folie bestäuben muss, ist mit der Linie 47 / 19 / 48 gut beraten.

 

 

Interessant: Der Sklenarbund sucht nach Restbeständen der alten „polleneintragenden Linie 47/P/1“, in der der Polleneintrag genetisch stärker verankert sein soll. Gefunden habe ich sie in der Imkerei Weiss, fon: +49-(0)9944-514, in D-93499 Zandt,  Wolfersdorfer Strasse 30, www. weiss-natur-idee.de  , leider war das, was mir der Betriebsleiter über angebliche Erfolge eines belgischen Bestäubungsimkers am Telefon erzählte, nicht nachprüfbar: Als ich „Butter bei die Fische“ verlangte, war der Belgier leider verstorben.

Diese Linie müsste sich aufgrund der geschilderten Eigenschaften auch hervorragend für den frühzeitigen Einsatz unter Glas und Folie eignen. Wer wagt den ersten Schritt?   

 

Gut zu wissen:  Die Linie 47/G/10 hat sich in besonderer Weise bei der Bestäubung von Erdbeeren im Freiland unter Lochfolie bewährt. Dank ihrer geringen Größe schlüpft sie mühelos durch die Lüftungslöcher unter die Folie und wieder zurück. Dabei wird ihr der Blütenstaub nicht von Haarkleid gewischt, wie das bei etwas größeren Individuen beobachtet werden kann, beispielsweise bei den Noichl-Carnica, begattet auf den Breikerhöfen in Gelsenkirchen. Wie bei allen Erdbeeräckern ist es natürlich wichtig, dass diese nicht in der Nähe attraktiverer Trachten liegen. Insoweit muss der Produzent Vorarbeit leisten.   . 

Züchter:

Uhlenbruck, Eckhard, Dinslakener Strasse 89a, D-46569  Hünxe, fon: 02858-82425

Bauer, Rudi, Fasanenweg 14, D-51519 Odenthal,

Teerling, Klaas-Gerhard, Reedestrasse 125, D-26757 Borkum

Stand: 27. 06. 06 jpe