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Vereinigung der Bestäubungsimker in Deutschland
Anfragen: Johannes-Peter Ecke, e-mail: j.peter.ecke@t-online.de
Richtlinie für das Aushandeln von Bestäubungsprämien für das Jahr 2011
Die grenzüberschreitend arbeitenden deutschen und niederländischen Bestäubungsimker haben für das Jahr 2011 die nachfolgenden Beträge als Mindestentlohnung für Bestäubungsleistungen (Bestäubungsprämie) für der Situation angemessen ermittelt:
 
a. Für die Aufstellung von Bienenvölkern im Freiland gilt eine Vergütung von € 57,50 pro Volk und Blühperiode des jeweiligen Gewächses für maximal drei Wochen oder weniger. Wünscht der Auftraggeber eine Verlängerung, so ist ein Zuschlag von € 2,50.pro Tag zu entrichten.
 
b. Erfolgt der Einsatz der Völker zur Saatguterzeugung (z. B. Brassia napus) im Freiland, ist eine „Überbefliegung“ ausdrücklich gefordert. Daher wird die Zahl der Völker verdoppelt. Die Vergütung beträgt dann (Nektarmangel, füttern) € 65,00 je Volk für drei Wochen oder weniger. Unter erschwerenden Umständen hat der Imker Anspruch auf eine Prämie, die diesen Betrag überschreitet.
 
c. Werden Bienenvölker für eine Bestäubung unter Glas und Folie/Kunststoff eingesetzt, so beträgt die Bestäubungsprämie € 40,00 pro Woche, pro Volk und Gewächs.
 
d. Die Kosten für das Heranführen der Völker vom Betrieb des Imkers zum Betrieb des Leistungsempfängers und zurück sind mit € 0,30 je gefahrenem Kilometer zu vergüten.
 
e. Keines der zur Bestäubung gemieteten Bienenvölker darf zum Transport von Pflanzenschutzmitteln (z. B. Pulver gegen Feuerbrand bei Kernobst, den Pilz Metarhizium anisopliae gegen Schadinsekten bei Hülsenfrüchten) missbraucht werden.
 
f. Nach einer Mitteilung der Biologischen Bundesanstalt für Land- und Forstwirtschaft in Braunschweig, Dr. D. Brasse d.brasse@bba.de , verdient der Erzeuger, für den ein Imker tätig wird, den 13fachen Betrag von dem, was der Imker pro Volk durch den Verkauf von Honig, Wachs, Propolis und Ablegern erlöst.
 
Bonn, am 01. Februar 2011
 
Anmerkung: Es ist nicht auszuschließen, dass diese Vorgaben von dritter Hand unerlaubt den eigenen Interessen angepasst werden. Sollten Sie derartige Zweifel haben, so überprüfen Sie Ihre Informationen bitte unter www.bestaeubungsimkerei-deutschland.de, oder www.honig-seimerei.de
 
Verantwortlich für diese Veröffentlichung im Sinne des Pressegesetzes:
Johannes-Peter Ecke
Vereinigung der Bestäubungsimker in Deutschland
Nederlandse Bestuivingscommissie en bemiddeling in bijen

e-mail: j.peter.ecke@t-online.de, info@bijenvoorbestuiving.nl

Erdhummel Bombus terrestris Honigbiene Apis mellifera
nicht blütenstetig, genetisch verankert, Narbe empfängt falschen Pollen, Qualitätsverlust blütenstetig, genetisch verankert
Monokulturen hemmen Entwicklung, Hummeln fliegen „nebenan“, Bestäubung kann nachlassen Monokultur hemmt Entwicklung, von 20 000 Bienen dürfen 2000 „fremd“ gehen, Imker gibt Pollenbretter
Wachsmotte ruiniert Volk, Händler verschweigt das und Gegenmittel Bacillus thuringiensis (B401) Wachsmotte kann einem starken und gesunden Bienenvolk nichts anhaben
Bei drei bis fünf Tagen ohne Zusatzfutter bricht das Hummelvolk zusammen Honigbiene zehrt von den angelegten Vorräten, oder wird notfalls vom Imker gut versorgt
Rüssel der Bombus terrestris misst acht bis neun mm, Mutanten wichen bis zu zwei mm plus/minus ab Rüssel der Apis mellifera var. Carnica ist 6,6 mm lang
Hummeln fliegen immer und werden bei Kohldampf schnell zu Seiteneinbrechern, ohne zu bestäuben Honigbienen fliegen nur, wenn Wetter reifen Pollen und hohen Nektarpegel verheißt
Durch die arteigene Vibrationsbestäubung sind Hummeln bei der Produktion von Tomaten unverzichtbar Die Honigbiene schafft die Bestäubung von Tomaten allgemein nur zu Beginn der Kultur, bei Fleischtomaten allerdings kommt sie gut zurecht
Verglichen mit der Zahl der Individuen, sind je ha mindest. 200 Hummelvölker nötig, um ein Bienenvolk zu ersetzen; Hummelvolk hat auf der Höhe seiner Entwicklung 70 bis 150 Individuen Zur Kirschenblüte verfügt ein Bienenvolk über 60 000 Individuen, von denen wenigstens 25 000 den Außen-dienst versehen
Hummeln drücken Stempel platt, zerbeißen Stempel, umkreisen nicht den Fruchtboden, produzieren bei z. B. Erdbeeren häufig missgebildete Früchte, rechne: je qm Produk- tionsfläche eine unverkäufliche Frucht …. Die Honigbiene läuft um den Fruchtboden einen Kreis und schafft die Voraussetzungen für gut ausgeformte Frucht in Premium-Qualität, für die qualifizierte Bestäubung ist sie immer Erste Wahl
B. terrestris besucht pro Minute bis zu 20 Blüten, weil sie nach dem Funkenmariechen-Prinzip arbeitet: Hier ein Küsschen, da ein Küsschen . . . Eine Honigbiene besucht in einer Minute bis zu zehn Blüten, mehr schafft sie nicht, weil sie in der Blüte stets die volle Runde läuft
Gegen Millionen Blüten je ha Süßkirsche sind fünf Hummelvölker machtlos, Preisvergleich! Mit fünf starken Bienenvölkern je Hektar Süßkirsche ist der Erzeuger gut bedient
Zuchthummeln sind empfindlicher als wilde, sie werden bei 29°C von jungen Honigbienen betreut, uGF* starten sie bei 16°C, auch sie können nur in der „EPB“** bestäuben. Wichtig ist nicht, bei wie viel Grad C die Hummel fliegt, sondern ab wann sie bestäubt. Honigbienen starten im Freiland bei 8°C, uGF* bei 16°C, da können sie, wenn vorhanden, Nektar sammeln. Die Pollenkörbe bieten ihre reifen und dann erst keimfähigen Blütenstäube bei etwa 17°C und einer relativen Luftfeuchte von 70 Prozent an.
Bei den Hummeln zugerechneten Erfolgen ist niemals abgesichert worden, ob das Testgelände in einem Umkreis von drei Kilometern wirklich „bienenfrei“ war. Die Gegenrechnung: Hummeln können sehr wohl die Arbeit der Bienen ergänzen und den Erzeuger beruhigen. Erdbeer-Produzent Konrad Schwarz aus Dersdorf hält Hummelvölker uGF* zusätzlich „damit ich im zeitigen Frühjahr etwas summen höre“.
Das Kommunikationssystem der Hummel ist schlecht entwickelt Das Kommunikationssystem der Honigbiene ist hervorragend entwickelt, z. B. Bienentanz
Anteil an Fremdpollen beträgt im Durchschnitt 40 Prozent. Abteil an Fremdpollen nur ein bis drei Prozent, im Extrem elf Prozent.
Nicht Zeitgefühl treibt Erdhummel, sondern Hunger (Linden-Scheintote). Sie lernt nicht. Das hervorragende Zeitgedächtnis befähigt Apis m. mellifera, rechtzeitig am rechten Ort zu arbeiten
Gewicht 4,8 g, Flügelfläche 1,45 qcm, Winkel 6°, aerodynamisch bedenklich Tragflächentiefe 4 mm, Reynolds-Daten 4x10³, Hub im Steigflug größer als Körpergewicht

*uGF = unter Glas und Folie, **EPB = Effektive Bestäubungs-Periode,

selfing = die Reihe durcharbeitend, crossing: ständig durch die Reihen wechselnd

Diese vergleichende Aufstellung kam zustande durch Anregungen/Mitarbeit

von: Prof. Dr. Dieter Wittmann, Dr. Melanie von Orlow, Fa. Koppert bv.,

Fa. re-natur GmbH, L.G.M. Hensels, Gerard Hollander, Eberhard von Hagen,

Claudia Thöne (Hummelwerkstatt Naumburg), Konrad Schwarz, Ton Melis,

Bertus de Jong, Johann Wiedl, Johannes-Peter Ecke,

Die hier niedergelegten Erkenntnisse sind nicht in jedem Falle wissenschaftlich

abgesichert, sondern lediglich das bewährte Ergebnis jahrelanger praktischer Arbeit.

 

Vereinigung der Bestäubungsimker in Deutschland

Nederlandse Bestuivingscommissie en bemiddeling in bijen

Johannes-Peter Ecke, j.peter.ecke@t-online.de

Mit Bienen ist die Bestäubung besser!

Die Leistung eines kleinen (einzargigen) Bienenvolkes im Vergleich mit der Leistung eines  Hummelvolkes, bestehend aus drei Kolonien der Gattung „Bombus terrestris“, in einem so genannten „Tripol“-Kasten.

Untersucht wurde die Anzahl der Blütenbesuche jedes Individuums.

Art der Bestäuber Bienen Hummeln
Anzahl der der Individuen je Volk / je Tripol 20.000 250
Anzahl der fliegenden Individuen je Volk / Tripol 15.000 150
Anzahl der Blütenbesuche per Individium / per Minute 10 20
Blütenbesuche je Volk / je Tripol in einer Minute 150.000 3.000
Blütenbesuche je Volk / je Tripol pro Stunde 9.000.000 180.000
Blütenbesuche je Volk / je Tripol in den 36.000.000 720.000
vier Arbeitsstunden eines normalen Flugtages    

Nun folgt ein Beispiel für die Anzahl der Erdbeerblüten je Quadratmeter und die für eine gute Bestäubung erforderliche Anzahl der Blütenbesuche je Tag und Quadratmeter.

Je Quadratmeter (qm) blühen 200 Erdbeerblüten. Jede dieser Blüten hat durchschnittlich 150 Stempel (bei der „Elvira“ sind es beispielsweise 180), die innerhalb von vier bis fünf Tagen bestäubt werden müssen.  An jedem dieser vier bis fünf Tage reifen andere Stempel. Das bestäubende Insekt, klugerweise der Hautflügler „Biene“, muss jede Erdbeerblüte in den vier bis fünf Tagen etwa zwanzigmal besuchen und bei jedem Besuch um den Blütenkegel herum eine volle Runde laufen. Konkret bedeutet das: Je qm Erdbeeren müssen in den vier bis fünf Tagen der Reife 200 mal 150 Stempel ergibt 30.000 Stempel besucht werden. Das macht die Honigbiene bedeutend besser als die Erdhummel.

Die Erdhummel (und andere ihrer Gattung) versetzt durch die ihr gegebene eigene Art des Pollenerwerbs die Blüte in Schwingungen, das wird in der Fachsprache trillen“ genannt. Dabei kann der Stempel beschädigt werden. Das führt bei der Weiterentwicklung der Erdbeere zu einer Missbildung und bedeutet einen Qualitätsverlust. Das „Trillen“ macht auch keinen Sinn, denn der Blütenstaub reift erst, wenn die Stempel bereits den Blütenstaub von einer anderen Pflanze empfangen haben. So verhindert die Natur eine qualitätmindernde Selbstbestäubung. Darüber hinaus fliegt die Hummel auch in Zeiten, in denen die Blüte unfähig ist, Blütenstaub oder Nektar zu spenden. Sie kann dann auch nicht bestäubt werden.  Die Hummel reagiert darauf, indem sie Stempel und Staubfäden in Stücke beißt. Auch dieses Verhalten führt zu Beschädigungen der Blüte und bedeutet einen Qualitätsverlust bei der späteren Frucht.

Das geschieht übrigens auch bei der Strauchblaubeere. Da zerbeißt die Hummel die Blütenblätter, um „durch die Hintertüre“ an den Nektar zu gelangen. Eine Bestäubung findet dabei nicht statt.  Haben die Hummeln die Blüten der Strauchblaubeere erst einmal im Bereich der Nektarien durchlöchert, benutzen auch die Honigbienen diesen kürzeren Weg. Der Fachausdruck für diese Vorgehensweise kommt aus den USA und heißt „Sideworker“ (Seiteneinbrecher).   Weil jedoch die Honigbiene aufgrund der Größe ihres Volkes bedeutend mehr Blütenstaub benötigt, als die Erdhummel und eine Honigbiene entweder Nektar oder Blütenstaub sammelt, aber selten beides zugleich, wird durch die Pollensammlerinnen, die in jedem Falle den korrekten Weg in die Blüte hinein nehmen müssen, auf jeden Fall bestäubt.

Bei der Erdbeere bedeutet ein Prozent missgebildete Früchte auf dem Quadratmeter einen rechnerischen Schaden von € 1000,00 je Hektar.

Wer sich als Erzeuger bei der Bestäubung auf der sicheren Seite wissen will, muss für die Bestäubungsarbeit auf seinem Betrieb Honigbienen engagieren.

Im Freiland werden je Hektar mindestens zwei Bienenvölker benötigt, besser sind drei Völker. 

Unter Glas und Folie ist ein Volk je  zehn Ar (je 100 qm) erforderlich.

Bei Strauchblaubeeren werden wenigstens vier Völker je Hektar benötigt, sechs Völker bringen ein besseres Ergebnis.